Tipps für Fachwirte: Die SWOT-Analyse durchführen

Kategorie: Fachwirt/in im E-Commerce
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SWOT-Aufgaben in Fachwirtklausuren bringen oft ordentlich Punkte. Hier gilt es, sehr sauber die interne Unternehmensanalyse (Stärken & Schwächen) und die die externe Umfeldanalyse (Chancen & Risiken) zu unterscheiden. Nicht nur in Klausuren, auch in Unternehmen liegt hier oft ein Denkfehler vor. Chancen werden als Stärken deklariert, ohne sich bewusst zu machen, dass Stärken etwas sind, das man aktiv nutzen kann, Chancen hingegen etwas sind, das man zunächst mal realisieren muss, bevor man etwas davon hat.

Was ist die SWOT-Analyse?

Eine SWOT-Analyse ist ein strategisches Instrument zur Bewertung von Stärken (Strengths), Schwächen (Weaknesses), Chancen (Opportunities) und Bedrohungen (Threats) eines Unternehmens, Produkts oder Projekts.

Interne und externe Faktoren werden analysiert, um eine umfassende Einschätzung der aktuellen Situation zu erhalten. Es handelt sich also um eine IST-Analyse.

Stärken und Schwächen beziehen sich auf interne Aspekte wie Ressourcen, Fähigkeiten, Mitarbeiterqualifikationen und Prozesse. Chancen und Bedrohungen sind externe Einflüsse wie Markttrends, Wettbewerb, gesetzliche Vorschriften und Konjunkturschwankungen.

Was sind interne Faktoren in der SWOT?

Zu den Stärken und Schwächen können zählen:

  • Mitarbeiter
  • Image
  • Know-how
  • Finanzielle Situation des Unternehmens
  • Produkte und Produktqualität
  • Technologie
  • Reichweiter
  • Anpassungsfähigkeit des Unternehmens
  • Bestandskunden
  • Gute bestehende Beziehungen zu Lieferanten
  • Marktposition

Was sind externe Faktoren in der SWOT?

Zu den Chancen und Risiken können zählen:

  • Neue Märkte / Nischen
  • Wettbewerb & Wettbewerbsintensität
  • Wachsende/sinkende/veränderte Nachfrage
  • Gesetzgebung
  • Konjunktur / Wirtschaftslage / Rezession / Inflation
  • Neue Partnerschaften (z.B. neue Lieferanten bzw. Lieferketten)
  • Gesellschaftliche Entwicklungen (z.B. Nachhaltigkeit als neue Gesellschaftsnorm)
  • Konsumlaune
  • Wechselkurse
  • Lieferketten
  • Rohstoffverfügbarkeit

 

Wo ist gerade in Klausuren das Problem bei SWOT-Analysen?

Zwei Dinge sind in Sachen SWOT für die angehenden Fachwirte in den Klausuren wichtig:

Zum einen müssen die Aufgabenstellungen sorgfältig gelesen werden. Wir eine allgemeine SWOT (auf Basis der betrieblichen Situationsbeschreibung) gefordert oder eine, die sich auf ein bestimmtes Vorhaben (z.B. in der Aufgabenstellung oder einer Anlage) bezieht?

Zum anderen sollten Prüflinge sich nicht verkünsteln. Es gibt keine Bonuspunkte für besonders „schöne“ Antworten. Wer sich selbst in der Klausur unsicher ist, ob beispielsweise eine potentielle neue Zielgruppe, die man bedienen möchte zu den Stärken (NEIN!) oder den Chancen (JA!) gehört, der sollte den Punkt besser weg lassen. Der Vorteil an den Klausuraufgaben ist schlicht: Es werden häufig nur zwei, drei, selten vier Punkte je Kategorie gefordert – es ist also möglich, sich hier auf die Basics zu beschränken.

 

Mein Tipp:

Wie so oft: sorgfältig lesen und dann die Frage beantworten. Nicht einfach die x-mal geübten Dinge aus einem Vorbereitungskurs herunter rasseln, sondern wirklich darauf achten, dass die Punkte zur Aufgabe passen.

Ach ja – und auch lesen, was gefragt ist. Wir beispielsweise eine Stärken-Schwächen-Analyse gefragt, handelt es sich um etwas anderes, als die Stärken und Schwächen aus der SWOT!

Nadine Huss

Nadine ist die Autorin des Buchs "E-Commerce-Manager*in", Dozentin und Beraterin.

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